Interview mit Gründungsmitglied Gebhardt Wachtel

Erstellt: Freitag, 27. Juni 2014

Salz (gufi). Angesprochen darauf, warum er anno 1961 zu den Gründungsmitgliedern der DJK zählte, kann sich Gebhard Wachtel gar nicht mehr so genau an die konkreten Umstände seines Vereinsbeitritts zurückerinnern. Schließlich habe er damals zu Hause in der Landwirtschaft und in einer Bad Neustädter Molkerei gearbeitet. „Da blieb nicht viel Zeit. Und in einer Mannschaft habe ich ja auch nie Fußball gespielt. Möglicherweise ist ein Heribert Fringes dafür verantwortlich gewesen“, der gemeinsam mit Aquilin Kiessner („er war letztlich der Mann, der alles aufgebaut hat“) zu den großen Initiatoren des neuen Sälzer Sportvereins gezählt habe.

Auch als Gemeinderat sowie langjähriges ehrenamtliches Vorstandsmitglied der VR-Bank oder stellvertretender Feuerwehr-Kommandant war Gebhard Wachtel, der unlängst am 20. März dieses Jahres seinen 85. Geburtstag feierte, engagiert. Im Gespräch mit unserer Vereinszeitung erinnert er sich an die ersten Aktivitäten der DJK wie folgt zurück: „Da ist unten an der Ebersbacher Kreuzung ein Fußballplatz errichtet worden, zu dem man dann von Salz aus rüber lief. Autos hat es ja noch nicht viele gegeben.“ Erfreulich sei deshalb Ende der 60er Jahre die Verlagerung des Sportgeländes an seinen heutigen Standort am Hirtshorn gewesen – „was erst durch die Flurbereinigung möglich wurde“.

„Viel“ sei man bei den diversen Veranstaltungen im alten Sportheim, der sogenannten ,Baracke‘, „droben gewesen“. Auch aufgrund externer Besucher habe es dort regelmäßig Kapazitäts-Probleme gegeben – weshalb an entsprechenden Tagen „das Vieh bald gefüttert“ worden sei, „um noch einen Platz zu bekommen“. Dass der Verein im Laufe der Jahre auf rund 1.000 Mitglieder angewachsen ist, kann Gebhard Wachtel immer noch kaum glauben.

In punkto Fußball interessiert sich Gebhard Wachtel heute vor allem für die Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie den sportlichen Werdegang seines Enkels Marcel Wehr („ein feiner Kerl“). Als dieser noch für den TSV Großbardorf kickte, habe er selbst zu den Stammgästen an der Unterhofer Straße gezählt, wo ihm als Zuschauer hinter dem Tor durch einen daneben gegangenen Schuss auch einmal eine Maß Bier umgeworfen worden sei. „Der Krug ist jedoch kurioserweise ganz geblieben.“

Das langjährige Domizil in der Brauhausgasse haben Gebhard Wachtel und seine – aus Strahlungen stammende – Ehefrau Romana (82), die seit 1956 verheiratet sind und zwei Kinder sowie insgesamt fünf Enkelkinder besitzen, vor rund einem Vierteljahrhundert gegen eine Wohnung in der Frauenbergstraße eingetauscht. Dort habe man nunmehr einen herrlichen Blick auf „Kirchturm, Sonne und Rhön“. Ansonsten sollte man über Gebhard Wachtel noch wissen, dass dieser auch heute noch regelmäßiger Gast bei den Donnerstags-Treffen der Altschützen ist und sich im Fernsehen gerne Musiksendungen zu Gemüte führt, die jedoch zusehends rarer würden.