Interview mit dem Ehrenvorsitzenden Erhard Kümpel

Erstellt: Samstag, 26. Oktober 2013

Unser Ehrenvorsitzender Erhard Kümpel, der zwischen 1980 und 1992 an der Spitze der DJK Salz stand, feierte in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag. Unser Redaktionsteam führte mit dem ehemaligen Vollzugsbeamten, der ursprünglich Dreher und Fräser gelernt hatte, folgendes Gespräch:

Hallo Erhard! Du hast bereits 1961 zu den Gründungsmitgliedern gezählt. Was hat Dich seinerzeit dazu bewogen, der DJK Salz beizutreten?

Ich war sportbegeistert. Und wir hatten hier in Salz ja keinen Verein, bis dann 1961 der Aufruf zur Klubgründung kam. Die Gründungsversammlung war – soweit ich mich recht zurückerinnere mit 100 bis 140 Leuten – im ehemaligen Kindergarten. Und oben hockten auf einer Bank unter anderem der große Macher Aquilin Kiessner, Heribert Fringes, Josef Koch, mein Vater Hans Kümpel sowie Bürgermeister Schmitt. Das ist für alle sehr spannend gewesen. Auch der Diözesan-Seelsorger, ich glaube ein gewisser Pater Harnischmacher aus Schönau, ist da gewesen, weil es aufgrund entsprechender Förder-Zuschüsse ja ein DJK-Verein werden sollte. Das war für uns alle eine sehr spannende Geschichte, nachdem es vorher ja nichts gab. Der Schulsport in Salz bestand aus ein bisschen Ball über die Schnur, Marschieren und Holztragen im Herbst. Einmal im Jahr fand dann mit den Schülern aus Niederlauer, Hohenroth sowie Ebersbach das Sportfest in Niederlauer statt, wo es eine 100-Meter-Bahn und eine Weitsprunggrube gab. Die anderen haben dort immer Präsente wie Schulmäppchen oder Schreibzeug bekommen. Nur wir Sälzer nichts.

Was ist Dir aus der Anfangszeit des Vereins noch in Erinnerung?

Zuerst sollte der Sportplatz gleich hinter dem Dorf errichtet werden. Im Bereich der heutigen Parkplätze der Pension Göppner. Aber das war dann irgendwie zu nah am Dorf, woraufhin man an die Straße nach Unterebersbach in die Saalewiesen ausgewichen ist. Es wurde eine Holzhütte mit Stützpfeilern – wegen des regelmäßigen Hochwassers – errichtet, vor der zwei Wannen zum Waschen standen. Und bei der Eröffnung sind unsere Frauen mit weißen Hemdchen und blauen Röckchen aufgetreten. Irgendwann war es dann da unten angesichts der Nähe zur B19 aber auch zu gefährlich und es wurde der Umzug auf den Frauenberg vorgenommen. Eigentlich war als Standort für den neuen Sportplatz zunächst der Bereich gegenüber dem jetzigen Kindergarten geplant, zu dem es eine Unterführung geben sollte. Aber das ist aufgrund der Nähe zu den Gleisen schließlich wieder verworfen worden.

Ich selbst bin zwar ein passabler Leichtathlet gewesen. Das fußballerische Talent hielt sich jedoch eher in Grenzen. Im Tor der Reserve-Mannschaft ging’s aber. In einer Saison habe ich sogar mal sieben Elfmeter gehalten, was dann auch in der Zeitung stand. Leider hab ich’s nicht ausgeschnitten. Abteilungsleiter ist Heribert Fringes gewesen. Die ersten Probespiele gingen haushoch verloren. Unter anderem gegen Reichenbach, von denen wir regelmäßig zehn bis zwölf Stück eingeschenkt bekommen haben. Es sind auch ziemlich viele Schüler aus dem Don-Bosco-Heim bei uns gewesen.

Ich selbst war zudem Sanitäter und Schülertrainer, wobei zu meinen gerade mal elf Spielern unter anderem hinten drin Walter „Zacki“ Ziegler und im Offensivbereich Peter Schneider zählten. Einmal sind wir alle zusammen mit Koffer in meinem 600er Fiat hoch nach Bischofsheim gefahren. Und Schiedsrichter war ich dann auch noch immer. Teils scharf kritisiert, weshalb ich in Brendlorenzen ein Spiel auch mal kurzerhand abgepfiffen habe, zum ,Schreihals’ an der Seitenlinie gegangen bin und ihm erklärt habe, dass er den Part des Unparteiischen gerne selbst übernehmen dürfe. Das hat er zwar nicht getan, aber dafür ist es im Anschluss an die Spielfortsetzung draußen ruhig gewesen.

Ach ja: Gemeinsam mit Walter Straub und Karl Geis war ich auch noch „staatlich geprüf-ter“ Bannerträger. Einmal sind wir irgendwo hinter Saal – ich glaube in Kleineibstadt – ge-wesen. Und als wir bei der Vorstellung der anwesenden Vereine nicht genannt wurden, haben wir unsere Fahne kurzer-hand wieder eingerollt. „Nicht zu vergessen die Bannergruppe aus Salz“, war dann vom entsprechenden Redner zu vernehmen. Wir wurden sogar noch zum Essen eingeladen, bei dem sich Karl Geis mit dem neben ihm sitzenden Pfarrer über Orgelmusik unterhalten hat. „Wo hast du das eigentlich her?“ habe ich ihn gefragt, nachdem er davon doch keine Ahnung hatte.

Die erwähnte Fiat-Tour nach Bischofsheim dürfte nicht die einzige sogenannte „Chaos-Fahrt“ gewesen sein, …

was zutreffend ist. Als es dann später schon den blauen Vereinsbus gab, bei dem immer der erste Gang raus gesprungen ist, habe ich mal 20 unserer Mädchen von Wermerichshausen nach Schönau zu einer Sportveranstaltung chauffiert. Und das alles ohne Sitze, die wir uns dann erst auf eher ungewöhnlichem Weg in Maßbach vom Schrottplatz besorgt haben.

Nachdem Du Dich zwischenzeitlich aufgrund von Bundeswehr, Hochzeit und Hausbau praktisch komplett aus dem Vereinsleben verabschiedet hattest, bist Du 1980 als neues Vereinsoberhaupt wie „Phönix aus der Asche“ zurückgekehrt.

Es wurde nach dem Abgang von Josef Koch ein neuer erster Vorsitzender gesucht. Reinhold „Reno“ Katzenberger kam dann zu mir und meinte, dass ich genau der richtige Mann dafür sei. Es war auch eine reizvolle Aufgabe und ein Riesenaufstieg: vom ehemaligen Schülertrainer zum Präsidenten. Deshalb habe ich es dann nach Rücksprache mit meiner Frau Uschi auch gemacht. Instruktionen hat mir keiner gegeben. Ich musste sehen, wie ich zurecht komme. Dass die Aufgabe mit viel Arbeit verbunden ist, wusste ich. Aber dass es dann so Überhand nimmt, hätte ich nicht gedacht. Einmal sind wir bei der goldenen Hochzeit von Emil Nöth sogar 24 Stunden am Stück im Einsatz gewesen. Mir hat es aber trotzdem immer Spaß gemacht. Ich denke, das gilt auch für das Team, das ich um mich versammelt hatte. Es war ja praktisch der gesamte Freundeskreis eingespannt.

Nichts desto trotz hast Du die Wiederwahl im Jahr 1984 zunächst „platzen“ lassen.

Jetzt kann ich ja verraten, dass ich niemals ernsthaft ans Aufhören gedacht hatte. Aber ich musste den Mitgliedern mal signalisieren, dass ich mehr Engagement von ihnen erwarte. Einmal haben mir die Fußballer beispielsweise erklärt, dass Sie Sand für den Platz brauchen. Dann wurde vereinbart, dass ich den bestelle und am Samstag ab 9 Uhr ein entsprechender Arbeitseinsatz stattfindet, zu dem auch alle kommen wollten. Tatsächlich ist dann allerdings kein einziger gekommen, woraufhin ich die LKW-Ladung jeweils hälftig direkt vor die beiden Tore kippen ließ. Und dann ging’s am Sonntag wegen der Unbespielbarkeit des Hauptfeldes aufgrund der Sandhaufen vor den Toren eben auf den Ausweichplatz, worüber sie sehr geschimpft haben. Ich wurde derweil mal von einer Ladung Aschenbahn-Sand zugeschüttet, als es zu einem Missgeschick bei der Bahnpräparierung gekommen ist.

Deine Ära an der Vereinsspitze steht vor allem für den Bau des jetzigen Sportheims und ein Riesenengagement im Wirtschaftsbereich.

Okay, es wurde auch vorher schon gekocht. Aber er war naheliegend, diese Aktivitäten auszuweiten, nachdem meine Frau Uschi ja gelernte Köchin ist und Geld eingespielt werden musste. Erste große Aktivität war diesbezüglich im neuen Sportheim übrigens der Polterabend unseres heutigen Vorsitzenden Matthias Müller, als noch nicht einmal Fliesen verlegt waren. Apropos Fliesen: ich habe da mal im Trakt hinter der Küche mit dem Wolfgang Becher und dem Helmut Linder ein Muster gelegt. Dann kam der Bernhard Müller als einer der großen Baumeister dazu und es hat nur noch ,klack, klack, klack’ gemacht, weil unsere Anordnung nicht passte. Verköstigt wurde der ganze Bautrupp, zu dessen Spitze bei insgesamt 13.000 verrichteten Arbeitsstunden auch Peter Müller und Thomas Fringes zählten, von Alfred Wirsing sowie Reno Katzenberger. Die haben sich jedes Wochenende daheim hingestellt und für die ganze Mannschaft gekocht.

Was waren die Spezialitäten auf der DJK-Speisekarte?

Bei den Feiern gab es viel Wild und regelmäßig auch fränkisches Hochzeitsessen (Rindfleisch, Nudeln, Meerrettich). Ich werde zudem nie vergessen, wie Wolfgang Becher zu mir meinte: „Bäh, schon wieder gefüllte Lende.“ So groß ist die Auswahl dann auch wieder nicht gewesen. Die Essens-Gäste sind zunächst immer zu uns nach Hause gekommen, wo man sich Gedanken über die Zusammenstellung der Speisen gemacht hat. Dann ging’s für mich zum Großeinkauf und mit einem „krachvollen“ Renault 25 TX wieder nach Hause zurück, wo ich mir teilweise erst einmal anhören musste, dass irgendwo irgendwas noch zwei Pfennig billiger gewesen sei. Die 15-Kilogramm-Hirschkeulen von der Groma werde ich ebenfalls nie vergessen.

Einmal war ich in dieser Zeit auch ein Vierteljahr lang krank (Sarkoidose mit Gelenkbeteiligung) und habe neun Wochen in Münnerstadt in der Klinik gelegen, wo sechs Leute um mich rum verstorben sind. Ich hatte immer Angst, dass ich der nächste bin. Während dieser Zeit habe ich aber auch das Orgelspielen gelernt und konnte die Weihnachtsfeier dann gewissermaßen im Alleingang gestalten: Ansprache und Orgelspielen. Aber die zehn Kilo, die ich auch durch das Kortison zugenommen habe, sind nie mehr weggegangen. Die DJK-Geschäfte hat damals vorübergehend Reinhold Katzenberger geführt.

Im Rahmen des Sportheim-Neubaus soll auch ein spektakulärer „Abriss“ des alten Vereinsdomizils geplant gewesen sein.

Korrekt: Wir wollten das alte Sportheim, das ja größtenteils aus Holz bestand, einfach runter brennen lassen und dann eine große Löschübung durch die Kreisfeuerwehr durchführen lassen. Aber diesem Ansinnen haben die Behörden einen Riegel vorgeschoben. Dafür gab es dann das größte Sälzer Sonnwendfeuer aller Zeiten. Beim Abriss haute Bernhard Müller den Schornstein beispielsweise auf zwei dünnen Trägern nur barfuss in Sandalen stehend – ich sehe noch, wie er da oben steht und seinen großen Hammer schwingt – ein. Aber zum Glück ist alles gut gegangen.

Welche „Legenden“ kannst und willst Du unseren Lesern aus dem alten Sportheim überliefern?

„Da gibt es einiges zu erzählen. Fangen wir mal mit dem Bau an, bei dem die Fenster immer wieder versetzt worden sind, weil Gründungsvorstand Aquilin Kiessner das so wollte. Die Dachisolierung bestand lediglich aus einer ein Zentimeter dicken Styropor-Platte und die Ölleitung wurde im blanken Dreck verlegt. Man musste im Winter schon immer zwei Tage vorher heizen, um es warm zu bekommen. Damit das Öl nicht „geletiert“, wurde dann im Ölraum ein Heizköper installiert und Strohballen draufgelegt. Das war schon echt kriminell. Mit der Trennung in zwei Bereiche und der Installierung eines Doppel-Ofens ist es dann besser geworden.

Zu Essen gab es unter anderem sogenannte „Curry-Rippchen“. Der Reinhold Katzenberger ist da der Zubereitungs-Spezialist gewesen: Ein Esslöffel Pfeffer, zwei Esslöffel Paprika und ein Esslöffel Curry. Die Dinger waren hundescharf. Und wenn es eng mit den Portionen wurde, sind die Würste geteilt und in geringerer Menge unter dem „Brei“ verteilt worden, was eigentlich niemandem groß aufgefallen ist.

Ich werde auch nie vergessen, wie ich mich einmal mit dem Bernhard Müller frühmorgens zum Pflastern des „Grillplatzes“ verabredet hatte. Ich war eher oben als er. Ich habe dann drinnen plötzlich Geräusche gehört und wusste nicht, was ich jetzt alleine machen soll. Da steigen dir die Haare hoch, wenn es um sechs Uhr drinnen rappelt. Schlussendlich sind es aber nur ein Iltis und ein Marder gewesen.

Besonders gesellig waren die „Donnerstag-Tagungen“ der Fußballer, von denen immer einer Dienst hatte und dafür auch 15 Minuten vorher das Training beenden durfte. Einmal haben wir gegen 23 Uhr noch ein Elfmeterschießen gemacht, bei dem ich als Torwart mit dem verschwitzten Trikot von Paul Ziegler zwischen den Pfosten stand. Ein anderes Mal wurden nach Mitternacht noch die 100 Meter gelaufen. Und mich haben Sie immer beim „Knöppeles“ abgezockt, wobei ich so meine Zweifel habe, ob das stets mit rechten Dingen zugegangen ist. Einmal sind es neun Maß gewesen, wobei wir das Bier aufgrund der Kälte teilweise mit Handschuhen getrunken haben.

Interessant war für mich auch, dass die jungen Burschen immer alle „gequalmt“ haben, solange die Zigaretten noch in der Theken-Schublade waren. Als ich dann einen Automaten aufgestellt habe, hat das Rauchen rapide nachgelassen.

Spontan fällt mir jetzt noch eine große „Asbach-Vernichtungsaktion“ an einem 30. Dezember ein, die zur Folge hatte, dass an Silvester alle frühzeitig eingeschlafen sind. Einmal wurde ich im Winter auch aus dem Bett geklingelt, weil sie oben plötzlich ohne Schlüssel eingesperrt waren. Beim Öffnen der Tür sagte ich noch: „Es ist frei glatt“ – da hat der erste schon auf dem Boden gelegen. Einmal ist auch jemand draußen vor der Tür eingeschneit worden. Ich denke, dem habe ich das Leben gerettet. Ich wunderte mich – als ich gegen 23 Uhr hinten raus bin – über einen Schneehaufen, weil da oben um die Uhrzeit doch niemand räumen wird. Dann habe ich hin getreten und es lag einer besoffen drunter – na ja, den Namen will ich jetzt lieber nicht erwähnen. Es ist dort oben schon viel rein geleuchtet worden.

Annemarie Ofenhitzer hat regelmäßig gegen 2.30 Uhr „schon mal gute Nacht für alle, die noch heimgehen wollen“ gesagt. Das Kommando meiner Frau, die als Küchenchefin der Kurparkklinik natürlich ein Gastronomieprofi gewesen ist, lautete bei der Essensausgabe derweil: „Alle auf die Toilette, Hände waschen und Ruhe!“

Für den Außen-Grillstand sind nach dessen Schaffung primär Toni Wolf und Hans Alin verantwortlich gewesen.

Und was verbindest Du mit dem neuen Sportheim?

Da haben wir dann für unsere Koch-Aktivitäten – nur damit wir das machen, sind teilweise sogar Hochzeiten verlegt worden – endlich eine professionelle Küche mit ausreichend Platz bekommen. Unten mussten wir ja auch immer wieder die beiden Umkleidekabinen und die dazwischen liegende Dusche mit in Beschlag nehmen. Einmal haben wir bei einer Müller’schen Kommunion die Klöße sogar draußen im Hof mit einem Schlachter-Kessel warm gemacht und dann nach drinnen serviert. Der spätere 6-Kochstellen-Gasherd war auch nicht von Anfang an da. An dem hat sich meine Frau – als Sie sich hinten anlehnte – übrigens mal ein Brandloch am Rock zugezogen, woraufhin kurzerhand die beschädigte Rockstelle unter die Schürze rumgedreht wurde und weiter ging`s.

Die Umkleidekabinen im neuen Sportheim, bei dessen Bau die Gemeinde federführend war, sollten zunächst in den ersten Stock kommen. Aber dann hat der Bernhard Müller in den Plänen „rumgefuhrwerkt“, nachdem man da oben doch nicht mit den dreckigen Schuhen rumlaufen kann. Ursprünglich ist auch eine sechs bis sieben Meter hohe Glaswand – wie ein Kirchturm – geplant gewesen, wozu es dann aber gleichfalls nicht kam. Und rechts des Eingangs zum Gastraum sollte ein Geschäftszimmer hinkommen, dessen Wand schon gemauert war – und spontan wieder eingerissen wurde, weil es irgendwo alles „verschandelt“ hätte.

Der heutige Schaukasten am Sportheimeingang ist übrigens ebenso wie die großen Pinntafeln bei den Umkleideräumen von mir persönlich angefertigt worden, weil wir laut Lebensmittelverordnung eine Preistafel aushängen mussten.

Der Jugendraum ist – salopp gesagt – ebenfalls auf meinem Mist gewachsen. Da sollten nämlich ursprünglich Garagen hin. Und die Gemeinde musste dann 4.000 Mark Zuschuss zurückzahlen. Das ist schon sonderbar. Das Unterstellen von Traktoren wird gefördert, der Nachwuchs dagegen nicht.

Schließlich gab es im Rahmen des Sportheim-Neubaus, bei dem ich den ersten Hammerschlag fürs Ziehen der Abmessungs-Fäden durchführen durfte, auch dahingehende Erwägungen, einen Schießraum mitzuerrichten und die Schützen wieder in die DJK zu integrieren, was aber letztlich scheitern sollte.

Wie würdest Du Deinen Führungsstil als Vorsitzender der DJK Salz selbst charakterisieren?

Ich glaube, beim Kommersabend im Rahmen des 50. Vereinsjubiläums, an dem ich aufgrund des Todes meiner Mutter leider nicht teilnehmen konnte, haben Sie mich als „Der Väterliche“ bezeichnet. Ich wollte einfach, dass es läuft und alle zufrieden sind, wobei ich mich um die Abteilungen mit ihren bis zu 24 Sportgruppen als solche eigentlich gar nicht groß gekümmert habe. Ein dickes Dankeschön von dieser Stelle aus auch noch einmal an die ganze Mannschaft, die hinter mir stand und das alles so mitgetragen hat. Es ist auch immer mehr geworden, wobei ich glücklicherweise nachts im Gefängnis genügend Zeit dazu hatte, um beispielsweise meine Weihnachtsansprachen zu schreiben. Im Nachtdienst habe ich auch die erste DJK-Jugendsatzung verfasst. Meine Telefonrechnung ist übrigens schlagartig um seinerzeit 30 Mark gesunken, als ich den Posten aufgegeben habe.

Apropos Finanzen: Die Sparkasse wollte von mir, dass ich als Vorsitzender persönlich für den Verein hafte. Aber so „narrisch“ wie Aqilin Kiessner oder Eduard Schneider bin ich dann doch nicht gewesen. Das war ein riesiger Hick-Hack damals. Schlussendlich sind sie mit meinem Versprechen, dass ich mich bemühen werde, aber zufrieden gewesen.

Einen guten Draht hatte ich zur Volksbank, die damals noch da hinten drin im Bauhof gewesen ist und bei der man auch Saatgut und dergleichen kaufen konnte. Da wurde erst einmal eine Flasche Sekt getrunken und dann haben wir über Kunstdünger verhandelt. Es ist immer recht lustig gewesen.

Im Prinzip nie aufgesucht habe ich derweil die Gemeinde. Was insoweit veranlasst war, hat alles der Peter Müller gemacht.

Ein Diktator warst Du demnach nicht …

bzw. nur einmal bei entsprechenden Faschingsaktivitäten, als ich den Fidel Castro gegeben habe. Das Bauen der Faschingswagen ist auch immer ein Highlight gewesen. Wir hatten da in etwa den Status, den heute die Hohenröther haben.

Ein anderes Highlight war die Riesentorte zum 20-jährigen Vereinsbestehen, die wir im Schlosshotel anfertigen ließen. Meine Frau Uschi und Irene Becher sind für die Beibringung der entsprechenden Zutaten „hausieren“ gegangen. Dann musste das Ding, als es fertig war, über eine Mauer in unseren Bus verladen werden. Und wir durften schließlich als Gegenleistung für die kostenlosen Back-Aktivitäten umsonst beim Kurparkfest helfen.

Inwieweit bis Du dem Verein heute noch verbunden?

Gemeinsam mit Reiner Chlebowy und Bernhard Müller verkörpere ich den Ältestenrat bei Unstimmigkeiten. Erfreulicherweise gibt es da aber nie etwas zu tun. So alle acht Wochen bin ich zudem bei den „Hähnchen-Donnerstagen“ präsent. Beim 50. Vereinsjubiläum gehörte ich auch dem Festausschuss an.

Vielen Dank für dieses ausführliche Interview!